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Das romanische Ornament

Lampen und Leuchten von Otto-Zern
  • Lichttafeln bei Otto-Zern

    Unter Zugabe von Gold, Silber, Eisen, Kupfer, Nickel und anderen Metallverbindungen entstehen bis zu 5000 Farben, die bei dieser Wandlampe unter der Kunst des Glasblasens zu einem pastellfarbenen Kunstwerk erstrahlt.
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Das romanische Ornament

Autor: | 30.06.2010

Charakteristik und Erkennungsmerkmale des Schmiedeeisenornamentes 

Dasselbe entstand unter dem Einfluss des byzantinischen Ornaments. Die bandartigen und flechtwerkartigen Verschlingungen treten auch hier auf, bestehen aber mehr aus kantigen Stengeln. Aus ihnen wachsen 3-, 4- oder 5-teilige Blätter mit scharf ausgeprägten Rippen und lanzettartigem oder kreisförmigen Schnitt. Aneinanderreihungen von Perlen, kleinen Pyramidenformen, Rundbogenstücken bilden die Verzierungen der Bänder und Gesimsstäbe. Phantastische Tier- und Menschengestalten sind in das Ornament häufig eingeflochten.

 

Bezeichnende Merkmale der romanischen Schmiedeeisentechnik sind das Aufspalten der Stäbe und das spiralige Zurückrollen der einzelnen Teile, das Zusammenschweißen einzelner Stäbe zu Bündeln, die in Gesenken geschmiedeten Verzierungen in Form von Rosetten, sowie die eigentümliche Bildung der Blätter mit ihren löffelartigen Aushöhlungen und ihrem rundlichen Blattschnitt. Die Blätter sind eben verkrüppelte römische Akanthusformen. Die dreiteiligen leichtgewölbten Blätter, wie z. B. Kleeblätter, treten daneben häufig auf.

 

Am schönsten und klarsten treten bei den Kunstschmiedeerzeugnissen der verschiedenen Stilzeiten die Stilmerkmale in den Beschlägen zutage.

Die Beschläge sind mit Nägeln auf den Holzteilen befestigt. Mond- und sichelförmige Bildungen sind nicht selten. Tiergestalten treten häufig auf.

 

Gitter werden in rohester Form durch Stacheleisen gebildet, ebenso die Fenstervergitterungen. Ernst, schwer, wohl auch plump, aber solid kernhaft und gediegen, wie die Formen der romanischen Baukunst, sind auch diejenigen der Schmiedekunst. Die Schmiedearbeiten aus dieser Epoche haben den Anschein, als sei alles aus einem Stück geschmiedet, bestehen jedoch aus vielen zusammengeschweißten Teilen. Sehr beschränkt war die Anzahl der Werkzeuge in der romanischen Zeit. Der ganze Apparat bestand aus Hammer, Zange, Amboss und Meißel. In der ganzen romanischen Zeit bildete das Zusammenschweißen die einzige gebräuchliche Verbindungsweise der zu verbindenden Stücke. Wo Bunde an zusammenstoßenden Teilen zu sehen sind, sind sie stets aufgeschweißt.

 

Beschränkt ist auch das Arbeitsgebiet der romanischen Schmiedetechnik. Wir kennen romanische Schmiedearbeiten fast nur als Türbeschläge, Truhen- und Schrankbeschläge und als schlichte Gitterwerke.Bei den Beleuchtungskörpern wie Wand Lampen, Lüster, Abliken oder Decken Lampen fanden in dieser Epoche keine Bedeutung.In der äußeren Erscheinung machen die romanischen Schmiedearbeiten einen sehr soliden Eindruck.

 

Die größte Kunstfertigkeit äußert sich in Türbeschlägen, hauptsächlich in der spätromanischen Zeit, in der Übergangszeit zum gotischen Stile. Die großartigsten Kirchentürbeschläge aus dieser Zeit sind diejenigen der Kathedrale von Notre Dame in Paris. Große Spiralranken mit vielen kleinen spiraligen Ausläufern sind reich mit Blattwerk besetzt, während kleine Vögel in allen nur erdenklichen Stellungen sich dazwischen tummeln, ähnlich dem Fragment aus dem Kommuniongitter der Kathedrale zu Verdun. Diese Eisenwerke waren ursprünglich vergoldet und hatten einen hochroten Grund als Unterlage, sodass bei dem Überblick aus einiger Entfernung die drei kolossalen Portale den Eindruck machten, als seien sie mit goldener Filigranarbeit überdeckt. Das Eisenwerk ist nicht aus Eisenplatten getrieben, sondern aus massiven Eisen stark erhaben geschmiedet, dabei aufs feinste und schärfste ausgearbeitet, wie man es bei den bekannten Schwierigkeiten in dieser Technik kaum für möglich halten sollte.

 

In der romanischen Zeit finden wir schon überraschend häufig Beispiele des Schmiedens von Tier- und Phantasiefiguren aus dem Block. Das Blechtreiben wurde in der romanischen Zeit gar nicht geübt, deshalb sind alle figürlichen Sachen plastisch mit Hammer und Meißel gearbeitet. Die Köpfe und Körper haben infolgedessen etwas Eckiges, Klotziges in ihrer Gestaltung und sind doch recht wirkungsvoll. Auch die in jener Zeit so viel üblichen Löwenköpfe an den Türen, die ursprünglich aus Bronze gegossen wurden, gehörten in der späteren romanischen Zeit dem Arbeitgebiet des Kunstschmiedes an.

 

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